MacBook Air oder MacBook Pro?

Die Touch Bar: Freud’ oder Leid?

Das MacBook Pro ist über der Tastatur mit Apples Multitouch-Display «Touch Bar» ausgestattet: Sie ändert je nach Software und Anforderung ihr Aussehen. Das können Tasten mit den wichtigsten Funktionen sein, aber zum Beispiel auch die Timeline in iMovie, durch die einfach mit dem Finger gewischt wird. Die Touch Bar lässt sich ausserdem neu anordnen oder mit einer passenden Software wie BetterTouchTool sogar mit Makros belegen:
Die wechselmütige Touch Bar ist von zweifelhafter Ergonomie
Quelle: PCtipp.ch
Das MacBook Air kommt hingegen mit klassischen Funktionstasten, die im direkten Vergleich geradezu altmodisch wirken:
Im Zweifelsfall geht nichts über eine richtige Taste
Quelle: PCtipp.ch
Dessen ungeachtet gehören die physischen Funktionstasten in meinen Augen zu den grössten Vorzügen des MacBook Air. Natürlich ist dies Geschmacksache und variiert mit den Anforderungen, aber die Touch Bar und ich werden wohl nie Freunde – und das hat gute Gründe.
Fokus. Die Touch Bar lässt sich nicht blind bedienen. Erstens bietet sie keine Haptik, die über das Gefühl einer Glasscheibe hinausgeht. Zweitens kann sie sich jederzeit ändern, sodass der Befehl durch Augenkontakt gesucht werden muss: Der Blick entfernt sich vom Geschehen am Bildschirm und richtet sich auf die Touch Bar. Der Mauszeiger ist hingegen immer genau dort, wo er hingehört: in meinem Blickfeld. Und das fühlt sich so viel besser an!
Inkonsistenz. Weil die Touch Bar sich bei jeder Gelegenheit ändert, ist das Benutzererlebnis inkonsistent und deshalb anstrengend. Während die Menübefehle und ihre zugehörigen Kurzbefehle irgendwann zur zweiten Natur werden, entzieht sich die Touch Bar erfolgreich jeder Routine.
Abwesenheit. Schlimmer noch: Ich arbeite den grössten Teil des Tages am iMac, dessen Tastatur keine Touch Bar hat. Dasselbe müssen all jene Anwender erfahren, die im Büro eine externe Tastatur am MacBook verwenden. Zwei Bedienkonzepte für dieselbe Aufgabe sind eines zu viel.
Fummelig. Und zu guter Letzt ist die Touch Bar fummelig. Symbole müssen genau getroffen werden, während eine griffige F4-Taste mit eine wenig Übung auch blind erreichbar ist.
Kurzum: Die Touch Bar ist in meinen Augen ein ergonomischer Irrweg – und ein fetter Pluspunkt für das MacBook Air.



Kommentare
Es sind keine Kommentare vorhanden.