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Lesedauer 7 Min.

Fitbit-Smartwatches Versa 4 und Sense 2 im Vergleichstest

Die neuste Versa und die zweite Generation der Sense-Gesundheitswatch messen sich. Welche Smartwatch ist für wen geeignet? PCtipp testet.

Die PCtipp-Autorin konnte die Fitbit-Uhren Sense 2 (links) und die Versa 4 gleichzeitig testen

© (Quelle: cma/PCtipp.ch)

Nachdem es eine Weile ruhiger um Fitbit geworden war, präsentierte der Hersteller im August 2022 gleich drei neue Wearables, darunter die beliebte Fitness-Smartwatch Versa in der 4. Generation und die Gesundheitsuhr Sense 2. PCtipp konnte beide Smartwatches gleichzeitig ausprobieren und vergleicht sie darum in diesem Test.

Die beiden Geräte verfügen im Grossen und Ganzen über dieselben Features, sie unterscheiden sich hauptsächlich bei den Gesundheitsfunktionen – und im Preis. Während die Versa 4 derzeit für rund 230 Franken zu haben ist, wechselt die Sense 2 für rund 300 Franken die Besitzerin. Sowohl die Fitbit Versa 4 als auch die Fitbit Sense 2 sind kompatibel mit iOS und Android und zudem ausgestattet mit smarten Funktionen wie App- und Textbenachrichtigungen, Alarmen, smarter Antwortfunktion (nur Android) und mehr. Wie üblich ist beim Kauf einer Fitbit-Watch eine sechsmonatige Fitbit-Premium-Mitgliedschaft dabei, danach wird der Dienst kostenpflichtig. Beide Geräte sind übrigens Wasser-abweisend bis 50 Meter Tiefe.

Wie sich die Versa 4 und die Sense 2 im Alltag machten, lesen Sie auf den nächsten Seiten.

Gesundheitsuhr Sense 2 (links) und die Versa 4 (rechts)

© Quelle: cma/PCtipp.ch

Das Design

Fitbit Versa 4

Die beliebte Fitness-Smartwatch Versa in der 4. Generation – wieder mit Taste und im Bild in Core Black

© Quelle: Fitbit/Google

Die Entwickler haben bei der Versa 4 das Design komplett überarbeitet. Die Uhr wurde zum Beispiel dünner und leichter. Und die Taste – zuletzt bei der Versa 2 vorhanden – ist zurück. Sie wurde etwas nach oben versetzt, damit man die Uhr angenehmer bedienen kann.

Rückseite der Uhren mit den Sensoren

© Quelle: cma/PCtipp.ch

Fitbit Sense 2

Die Sense 2

© Quelle: Fitbit

Auch hier wurde an der Optik geschraubt, Fitbit nennt es sogar ein «fundamentales Redesign». Die Smartwatch für Gesundheitsbewusste ist 10 Prozent dünner und 15 Prozent leichter als der Vorgänger. Was mir persönlich nicht gefällt, ist die unterbrochene Umrandung, dort wo das Display leicht abfällt. Jedes Mal habe ich das Gefühl, da klebe eine Schutzfolie dran.

Die Sense 2 ist minimal dicker als die Versa 4 und misst 4,05 × 4,05 × 1,23 cm (L×B×H), während die Versa-Uhr 4,05 × 4,05 mm × 1,2 cm (L×B×H) misst. Beide verfügen über einen Farb-Touchscreen mit Always-on-Display.

Smarte Features, BT-Telefonie und Google-Dienste

Kann man mit den Fitbit-Uhren telefonieren?

Obwohl beide Smartwatches über einen eingebauten Lautsprecher und ein Mikrofon verfügen, kann man bisher nicht via Uhr telefonieren. Was im Test funktionierte, war Bluetooth-Anrufe entgegennehmen (oder abweisen). Beim Testanruf wurde der Autorin allerdings gesagt, dass man sie kaum versteht (obwohl ja ein Mikro vorhanden wäre). Erst als ich das Handy verwendete, konnte das Telefonat normal geführt werden. Bei ein paar Versuchen wurde ein Anruf auf keiner der Watches angezeigt.

Hinweis: Der Test wurde mit der Fitbit-Firmware (61.2000)1.169.418 bzw. der Fitbit-App-Version 3.71.fitbit-mobile-37141031-487336871 (Android) sowie V3.71 (iOS) durchgeführt.

Threema-Nachricht auf der Versa 4. Bedauerlicherweise kann man nicht direkt darauf antworten

© Quelle: cma/PCtipp.ch

Mikrofon, Lautsprecher und Alexa

Beide Fitbit-Smartwatches verfügen sowohl über ein Mikrofon als auch über einen Lautsprecher (Schallpegel 75 dB / 10 cm). Das hat den Vorteil, dass man Amazons Sprachassistentin Alexa verwenden kann. Wie Sie Alexa für Fitbit-Smartwatches einrichten, ist hier erklärt. Alexas Reaktionsgeschwindigkeit sowie die Tonqualität ihrer Antwort auf beiden Geräten hat mich allerdings nicht umgehauen. Fragt man Alexa zum Beispiel nach dem Wetter, versteht man ihre Antwort zwar gut, aber sie klingt «blechern», da die Qualität des Lautsprechers offenbar durchschnittlich ist.

Dank integriertem Mikrofon hört man Alexa antworten – doch ihre Stimme ist nicht wohlklingend

© Quelle: cma/PCtipp.ch

Google-Dienste

Dass Fitbit Ende 2019 von Google aufgekauft wurde, macht sich spätestens jetzt bemerkbar: Erstmals kommen Google-Dienste auf Fitbit-Geräte. Google Wallet wurde gerade offiziell ausgerollt, man hat also künftig nicht nur Fitbit Pay, sondern auch Google Pay zur Verfügung, um über die Uhr zu bezahlen. Zudem soll die Navi-App Maps «bald» auf die Smartwatches kommen.

Ein angekündigtes Update soll dies beheben, und zwar mit der Fitbit-Firmware-Version 1.184.52. Doch bis zum Tag des Erscheinens dieses Tests war kein Firmware-Update für die Smartwatches verfügbar, weder für Android (gekoppelt mit Sense 2) noch iOS (gekoppelt mit Versa 4).

Mit Google Wallet sollte man «demnächst» via Versa 4 und Sense 2 bezahlen können

© Quelle: Fitbit/Google

FitbitOS und die App

Sowohl die Versa 4 als auch die Sense 2 werden nicht von Googles Wear OS, sondern von Fitbit OS angetrieben. Es ist nicht möglich, zwei Uhren im selben Fitbit-Konto bzw. derselben App zu koppeln, deshalb wurde eine Uhr mit der Android-App, die andere mit der iOS-App gekoppelt.

Eigentlich sollten Fitbit-Uhren laut dieser Liste zahlreiche Apps haben. Doch die Apps, welche wir via Fitbit-App (Profil/Uhr/Galerie) finden, sind bereits alle installiert und Apps wie Spotify oder zusätzliche Sport-Apps können nicht gefunden werden.

Die Android-App von Fitbit

© Quelle: Screenshot/PCtipp.ch

Zur Akkulaufzeit: Beide Uhren hielten die vom Hersteller versprochenen 6 Tage durch. Im Test trug ich beide Uhren gleichzeitig und zeichnete dieselben Trainings damit auf. Kurz vor dem Ende einer Woche machte die Sense 2 nach der Aufzeichnung eines Trainings plötzlich einen Akku-Sprung nach unten und somit früher schlapp als die Versa 4. Bei beiden Smartwatches ist die Akkulaufzeit aber respektabel.

Fitness- und Gesundheitsfunktionen

Fitness

Versa 4: Für die Fitness-Fans gibts 20 neue Fitnessmodi, darunter Gewichtheben, HIIT oder Tanzen; aber auch Schwimmen, Rumpf-Training oder Kampfsport sind dabei. Somit sind es nun über 40 Trainingsmodi (doppelt so viele wie beim Vorgänger). Wie beim Vorgänger ist die Funktion Aktivzonenminuten verfügbar.

Beide Wearables bieten folgende Fitnessfunktionen: Aktivzonenmessung, Cardio-Fitnessindex, Tagesform-Index, autom. Training. Beide Smartwatches zählten zuverlässig die Schritte. Die Versa 4 zählte ein paar Schritte weniger, was aber auch daran liegen könnte, dass sie zu diesem Zeitpunkt nicht am dominanten Handgelenk getragen wurde.

Folgende Gesundheitsfeatures bieten beide: Herzfrequenzmessung, Herzfrequenzvariabilität (HFV-Schwankungen), Sauerstoffsättigung (SpO2), Abweichungen Hauttemperatur, Schlafaufzeichnung/-phasen/-profil/-index, Atemfrequenz, Atemübungen, Achtsamkeitsübungen, Stimmungsprotokolle, Stressmanagement-Index, Zyklus-Tracking. Wie Sie pro Uhr Stress überwachen, ist hier erklärt.

Ein neues Premium-Feature sind Schlafprofile. Neu ist eine Längsschnittanalyse der Schlafmuster verfügbar. Für das monatliche Schlafprofil hat es im Test leider nicht gereicht. Durch Tierfiguren soll man übrigens die Schlafdaten noch einfacher interpretieren können. Mehr dazu hier.

Zudem funktioniert das Überwachen der Körpertemperatur seit einiger Zeit auch mit Fitbit-Wearables, zum Beispiel der Sense/Sense 2 oder der Versa 3/4. Wie Sie dies überwachen, ist hier erklärt.

Hier wird in der iOS-Fitbit-App für die damit gekoppelte Versa 4 die Kerntemperatur manuell erfasst

© Quelle: Screenshot/PCtipp.ch

Was der Versa 4 fehlt, sind die EKG-App, der Hauttemperatursensor und sie bietet kein ganztägiges Tracking von Körperreaktionen mit Benachrichtigung bzw. keine EDA-Scan App für das Stressmanagement.

Gesundheitsfunktionen Sense 2

Die Gesundheitsuhr Fitbit Sense 2

© Quelle: Fitbit

Nur die Sense 2 hat zum Beispiel die EKG-App oder den Hauttemperatursensor

© Quelle: Screenshot/PCtipp.ch

Auch den EDA-Scan für das Stressmanagement hat nur die Sense 2 zu bieten

© Quelle: Screenshot/PCtipp.ch

Die Sense 2 mit der Stressfunktion und weiteren Gesundheitsfeatures

© Quelle: Fitbit/Google

Bei der Sense 2 wird das Erkennen und Beobachten von Stress hoch gewichtet. Ein neuer Sensor zur Verfolgung kontinuierlicher elektrodermaler Aktivität (cEDA) ermöglicht ganztägiges Stressmanagement mit der Smartwatch. Ausserdem werden Werte wie Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität und Hauttemperatur gemessen. Die Smartwatch benachrichtigt bei Anzeichen von Stress sowohl am Handgelenk als auch in der Fitbit-App und gibt Empfehlungen, wie man Stress abbauen kann.

Wer möchte, kann regelmässig seine Stimmung erfassen und mehr über ihre/seine körperliche Reaktion auf Stress erfahren

© Quelle: cma/PCtipp.ch

Mit der EKG-App und dem PPG Algorithmus (beides FCG und CE Mark genehmigt) können Nutzerinnen und Nutzer Frühwarnsignale von Herzrhythmusstörungen direkt am Handgelenk erhalten.

Atemübung mit der Sense 2

© Quelle: cma/PCtipp.ch

Nur die Sense 2 verfügt über einen Hauttemperatursensor. Dieser erkennt Veränderungen der Hauttemperatur, welche auf Aktivität, Krankheit oder Menstruationszyklus zurückzuführen sein könnte. Zwar kann man auch mit der Versa 4 die Temperatur erfassen, doch dies geht nur manuell, eine automatische Erkennung klappte nicht, obwohl ich die Uhr über zwei Wochen auch in der Nacht trug. In der Fitbit-App bietet die Sense 2 mehr Details.

Fitbit-Geräte erfassen Ihren Schlaf. Beide Uhren zeigen die geschlafenen Stunden, errechnet einen Schlafindex und Details wie «Tief- und REM-Schlaf», «Erholung» sowie «geschlafene Zeit», und wenn die Uhr einen Monat nachts getragen wird, sehen Sie ein monatliches Schlafprofil. Das hat die Autorin im Test leider nicht geschafft.

© Quelle: Screenshots/PCtipp.ch

Auch den EDA-Scan bietet nur die Sense 2. Je nach verfügbarer Zeit kann ein kurzer oder längerer Scan durch Auflegen der Handfläche auf das Display durchgeführt werden. Ausserdem gibt es via App geführte Übungen zur Achtsamkeit.

Stressmanagement-Infos in der Android-App (mit Sense 2 gekoppelt)

© Quelle: Screenshot/PCtipp.ch

Verfügbarkeit und Preise, Fazit sowie Kaufberatung

Verfügbarkeit und Preise

Beide Wearables sind seit September 2022 im Schweizer Handel verfügbar. Beim Hersteller kostet die Versa 4 rund Fr. 230.-, die Sense 2 kostet rund 70 Franken mehr. Via Onlinehandel ist die Versa 4 derzeit für Fr. 188 (beide: Stand 29.11.2022) zu haben, die Sense 2 für Fr. 243.-.

Fazit

Positiv zu erwähnen ist, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis der Versa 4 nach wie vor hoch ist, auch wenn beispielsweise Huawei-Watches günstiger zu haben sind. Mit der 6-monatigen Premiumversion hat die Uhr noch mehr Fitnessfunktionen und detailliertere Auswertungen zu bieten. Allerdings wird dieser Dienst danach kostenpflichtig. Beide Uhren hielten die vom Hersteller versprochenen 6 Tage durch, die Sense 2 machte ein klein wenig früher als die Versa 4 schlapp.

Der blecherne Klang von Alexa, dass ein essenzielles Feature wie Bluetooth-Telefonie zwei Monate nach offiziellem Verkaufsstart nur halbwegs verfügbar ist sowie die zwar angekündigten, aber hierzulande bei beiden Testgeräten nicht erhältlichen Features wie Google Wallet oder Google Maps wirkten sich negativ auf die Bewertung aus.

Kaufberatung

Wenn Sie hauptsächlich Fitness-Trainings aufzeichnen möchten und Ihnen Gesundheitsfeatures wie Herzfrequenz messen und Schlafaufzeichnung genügen, dann ist die Versa 4 Ihre Fitness-Uhr.

Nur wer tatsächlich viel Wert legt auf Gesundheitsfunktionen wie Stressmanagement (EDA-Scan, Stimmungsprotokolle), EKG-Aufzeichnung und Hauttemperaturüberwachung, für die oder den lohnen sich die zusätzlichen 70 Franken für die Sense 2.

Testergebnis

Pros + Cons

  • Integriertes GPS
  • diverse Trainings-Modi
  • Tagesform-Index
  • Cardio-Fitnessindex
  • autom. Trainingserkennung
  • SpO2
  • Schlafaufzeichnung
  • smarte Benachrichtigungen
  • Lautsprecher-Klang (Alexa)
  • Antworten auf Nachrichten nicht möglich
  • Update mit Google Wallet/Maps noch nicht da
  • BT-Anrufe nur entgegennehmen
  • kein Google Assistant

Details:  Beide: Mikrofon, Lautsprecher, Alexa, Fitness/Sport: div. Trainings, Aktivzonenminuten, Cardio-Fitnessindex, Tagesform-Index, autom. Trainingserkennung, Schritte-/Etagen-Tracking, integriertes GPS + GLONASS. Gesundheit: Tracking der Sauerstoffsättigung (SpO2), Benachrichtigungen unreg. Herzrhythmus, Ruheherzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, abw. Hauttemperatur, Atemfrequenz. WLAN, Bluetooth 5.0, NFC-Chip (Fitbit Pay, bald Google Wallet), Wetter, Timer, IP68, Fitbit-Firmware: 61.20001.169.418/Fitbit-App-Version 3.71.fitbit-mobile-37141031-487336871 (Android)/V3.71 (iOS), Akkulaufzeit ca. 6 Tage, 6 Monate Fitbit-Premium-Mitgliedschaft. Nur Sense 2: EKG-App für Herzrhythmus-Check, Hauttemperatursensor, ganztäg. Tracking Körperreaktionen mit Benachrichtigung, EDA-Scan-App für Stressmanagement

Preis:  Versa: ab Fr. 229.95 / Sense 2: rund Fr. 300.-

Infos: 

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