Test: myStrom bändigt die Stromrechnung
Probleme, Einsatzgebiete & Fazit
Mangelnde Reife
Der Switch von myStrom bietet vielfältige Möglichkeiten, eine aufgeräumte App und erlaubt eine wirkungsvolle Kostenkontrolle. Das kann jedoch nicht über die kleinen Ärgernisse hinwegtäuschen. So verläuft die Einrichtung eher holperig. Die App wirkt tadellos, krankt aber zum Teil an kleinen Fehlern. Die versteckte Taste hatten wir schon. Oft werden Einstellungen jedoch ignoriert, weil vergessen wird, das kleine Häkchen in der oberen Ecke anzutippen; normal wäre eine automatische Speicherung der Einstellungen.
In unserem Test verweigerte die iOS-App plötzlich jede Zusammenarbeit, die sich nicht einmal durch einen Neustart reaktivieren liess. Sogar die Neuinstallation der App brachte nichts. Später löste sich das temporäre Problem automatisch, weil es sich scheinbar um einen «Verbindungsfehler» handelte – zu wem, bleibt unklar. Zu den Servern? Zu beiden Switches? Wir werden es nie erfahren; aber am WLAN lag es ganz bestimmt nicht. Wenn man jedoch grosszügig über diese kleinen Ungereimtheiten hinwegsieht, macht die Benutzung so viel Spass, wie man mit einer simplen Steckdose nur haben kann.
Einsatzgebiete
Bevor Sie alle Steckdosen mit myStrom-Switches ausrüsten, sollten die Einsatzgebiete und der ökonomische Nutzen abgeklärt werden. Moderne Geräte werden zwar immer leistungsfähiger, aber auch immer genügsamer. Bei unserem Test wurde der gesamte TV-Aufbau über den myStrom-Switch gesteuert: ein Fernseher, vier Spielkonsolen, ein Apple TV sowie ein ausgewachsener Receiver – und alle werden bei Nichtgebrauch im Standby-Modus belassen. Die Messung durch myStrom ergab einen Standby-Verbrauch von gerade einmal 8,9 Watt, wobei der Switch selbst ebenfalls 1,4 Watt konsumiert. Hier gibt es also nichts zu holen, was einen Einsatz rechtfertigen würde.
Erschwerend kommt hinzu, dass immer mehr Geräte nicht einfach abgeschaltet werden dürfen. Desktop-PCs, Spielkonsolen oder Router mit eingebauter Festplatte: Bei allen droht Datenverlust oder sogar ein Hardware-Schaden, wenn plötzlich der Strom weg ist. Wenn Sie einem NAS jeden Abend den elektrischen Teppich unter den Füssen wegziehen, dann wird das nicht lange gutgehen. Versprochen.
Und so empfiehlt sich myStrom in erster Linie für gezielte Schaltungen und echte Stromfresser. Dazu gehört die Anwesenheitssimulation durch Lampen oder die Steuerung leistungshungriger Geräte wie Heizradiatoren, mobile Klimaanlagen und dergleichen mehr.
Leider fehlt eine Unterstützung des populären Internetdiensts IFTTT. Szenarien wie «Wenn die Temperatur unter 7 Grad fällt, aktiviere im Bastelkeller den Heizlüfter» sind also (noch) nicht möglich. Diese Funktion wird hoffentlich nachgereicht, denn sie wäre eine wichtige und sinnvolle Ergänzung des Leistungsumfangs.
Fazit: Der Switch von myStrom überzeugt durch seine vielfältigen Möglichkeiten, die schlanke App und den attraktiven Preis. Die Vorzüge überwiegen die kleinen Unstimmigkeiten bei Weitem. Allerdings will das Einsatzgebiet gut überlegt sein. Am besten bestellen Sie am Anfang nur ein Stück, um erste Erfahrungen zu sammeln.
Testergebnis
Funktionsvielfalt, Design, übersichtliche App, Preis
Hakelige Installation, Zwangsregistrierung, kleine Unstimmigkeiten in der Bedienung, keine IFTTT-Unterstützung
Details: Schaltleistung bis 2300 Watt (10 Ampere), WLAN (802.11n, nur 2,4 GHz), App für iOS und Android)
Preis: 39 Franken
Infos:www.mystrom.ch
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03.02.2016