Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 5 Min.

Sennheiser HD 660S2 im Test

Es ist nicht einfach, ein legendäres Produkt weiterzuentwickeln. Sennheiser ist das mit dem HD 660S2 gelungen.

Das offene Design der HD 660S2 macht auch optisch was her

© (Quelle: Sennheiser)

Der Name HD 600 ist in der Audiobranche ein Begriff. Auch mit der Einführung der HD-800-Serie und vielen neuen Produkten ist der legendäre Kopfhörer der späten 90er-Jahre noch immer ein Thema. Neben der Legende gibt es aber auch Nachfolger wie den HD 660, jetzt neu in der zweiten Ausführung, wie das «S2» im Namen bereits vermuten lässt.

Angesprochen werden hier vor allem Musikgeniesser. Bei der HD-600-Serie geht es weder um möglichst laute Bässe noch um eine komplett neutrale Darstellung der Klänge, wie das bei einem Studio-Kopfhörer sein könnte. Vielmehr soll der HD 660S2 ein möglichst angenehmes Hör-Erlebnis auch hohem Niveau bieten.

Seitlich bekommt man einen Einblick in das Innere der Kopfhörer

© Quelle: Sennheiser

Dieses Hör-Erlebnis beginnt bei der offenen Konstruktion des Kopfhörers. Diese gibt dem Klang wörtlich mehr Raum zum Atmen und verhindert, dass das Innere des Kopfhörers die Musik zu stark beeinflusst. Das heisst aber auch, dass Ihre unmittelbare Nachbarschaft mithört, und Sie Aussengeräusche stärker mitbekommen. So sind die HD 660S2, wie alle offenen Kopfhörer, nicht die erste Wahl für unterwegs, sondern klar besser in einem ruhigeren Umfeld. Zudem benötigen Sie eine entsprechende Infrastruktur, um von den Vorzügen des HD 660S2 profitieren zu können. Idealerweise verwenden Sie ein dediziertes Audio-Interface oder eine hochwertige Hi-Fi-Anlage und hören Musikdateien in möglichst hoher Qualität. Bei Spotify auf mittlerer Qualität kann sich der HD 660S2 nicht wirklich entfalten. Dazu kommt, dass der 660S2 mit seinen 300 Ohm ein wenig mehr Power braucht als das durchschnittliche Paar Ohrstöpsel.

Für unseren Test betreibe ich die Kopfhörer an einem Focusrite Scarlett 6i6 (2nd Gen) und höre verlustfreie FLAC-Dateien sowie eigene Aufnahmen in Master-Qualität. Der HD 660S2 überzeugt dabei vom ersten Takt an. Das Klangbild ist ausgewogen, weit und detailliert. Einzelne Instrumente heben sich sauber voneinander ab. Das gilt sogar für ungemischte Demo-Aufnahmen, die im Vergleich zu Alltagskopfhörern sogleich an Tiefe gewinnen. Gegenüber dem Vorgängermodell hat Sennheiser am Bass geschraubt. Das Ergebnis: deutlich kräftigere Bässe, ohne allerdings an Detailgrad in den restlichen Frequenzbereichen einzubüssen. Dafür sorgt unter anderem ein spezielles Sub-Bass-System, das tiefe Töne im Kopfhörer stärker schwingen lässt. Diese Frequenzen werden nicht primär gehört, sondern gefühlt, was den subjektiv wahrgenommenen Bass-Anteil leicht anhebt, ohne den Klang sonst zu beeinflussen. Auch bei den Höhen über 5000 Hz hat Sennheiser geschraubt. Insgesamt gibt es dort etwas mehr Volumen und weniger starke Abweichungen vom Mittelwert.

Sennheiser hat vor allem beim Bass und den Höhen nachgebessert

© Quelle: Sennheiser

Wirklich Spass macht das Hören bei allem schönen Klang aber nur, wenn der Kopfhörer auch bequem ist. Dafür verbaut Sennheiser weiche Velours-Ohrpolster, die für die meisten Ohren gross genug sein sollten. Sehr kleine Köpfe können sich von diesem ordentlichen Paar Kopfhörer womöglich etwas erschlagen fühlen. Allerdings hat man mit einem kleineren Kopf einen entscheidenden Vorteil: Die eher straffe Spannung der HD 660S2 ist dann etwas schwächer. Wer mit einer grösseren Birne ausgestattet ist, muss sich am Anfang daran gewöhnen, dass sich die HD 660S2 eher stark am Kopf festklammern. Wirklich unbequem wird es nicht. Wer jedoch von einem sehr lockeren Kopfhörer wie dem AKG K701 her kommt, muss sich zuerst daran gewöhnen. Ob die Spannung mit den Jahren abnimmt, ist schwierig zu sagen. Die Verarbeitung des HD 660S2 ist grundsolid, was zumindest mittelfristig eher dagegensprechen würde.

Erstaunlich schmal ist der Bügel der HD 660S2. Anders als bei den meisten Kopfhörern dieser Kategorie ist beim neuen Sennheiser nur ein schmales Band für die vertikale Absicherung zuständig. Dieses ist jedoch anständig gepolstert und damit auch über längere Zeit bequem.

Um den HD 660S2 richtig auskosten zu können, ist passende Hardware nötig

© Quelle: Sennheiser

Angeschlossen wird der HD 660S2 mit einem parallelen Kabel von einer 6,3-mm-Klinke auf zwei 4,4-mm-Anschlüsse am Kopfhörer. Diese sind für den hochwertigen Klang nötig, aber weniger flexibel als ein regulärer 3,5-mm-Anschluss. Ersatzkabel sind daher etwas schwieriger zu bekommen. Ein Adapter für die 6,3-mm-Klinke auf 3,5-mm-Anschlüsse ist im Lieferumfang enthalten. Ebenso eine weiche Tragetasche, die eher wenig Schutz bietet.

Die Verarbeitung ist Sennheiser-typisch hochkarätig. Der ganze Kopfhörer wirkt wie aus einem Guss. Alles passt genau und fühlt sich wertig an. Und da wir hier im gehobenen Segment unterwegs sind, sehen wir sogar etwas, das es im Tech-Bereich nur noch selten gibt. Der HD 660S2 ist nicht «Made in China». Vielmehr werden die Kopfhörer in Irland hergestellt. Das ergibt nur schon ökologisch gesehen Sinn.

Fazit

Sennheiser ist mit dem HD 660S2 nicht nur ein guter Nachfolger für den ersten HD 660 gelungen, sondern auch ein würdiger Erbe für die legendären HD 600. Mit seinem ausgewogenen, präzisen Klang und einem hochwertigen Gehäuse kann der Kopfhörer auf der ganzen Linie überzeugen. Wer also auf der Suche nach einem High-End-Kopfhörer für breite Anwendungszwecke ist, findet mit dem HD 660S2 einen starken Kandidaten.

Inhalt

Testergebnis

Pros + Cons

  • Verarbeitung
  • Klang
  • Kabelanschlüsse am Kopfhörer

Details:  38 mm Wandler, 300 Ohm, 6,3-mm- auf 4,4-mm-Parallel-Kabel, inkl. 3,5-mm-Adapter und Tasche, 260 g

Preis:  Fr. 498.-

Infos: 

Kommentare

Kopfhörer Audio Software & Tools
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

PC-Maus
Im Test – Logitech Mobi Fold
Nach dem Klapp-Handy kommt die faltbare Maus. Logitechs Mobi Fold soll der ideale Begleiter für unterwegs sein. Ob das alles nur grosse Klappe ist oder auch was dahintersteckt, verrät unser Test.
3 Minuten
12. Jun 2026
Prüfung des Einsatzes von Linked Data Services
Linked Data Service (LINDAS) ist eine IT-Dienstleistung des Bundesarchivs (BAR). Mit LINDAS können Bund, Kantone und Gemeinden frei verfügbare, sogenannte offene Verwaltungsdaten (Open Government Data – OGD) vernetzen und publizieren.
2 Minuten
11. Jun 2026
Digitalstudie: Junge Nutzer wollen weniger online sein
Die Deutschen verbringen weiterhin mehr als 67 Stunden pro Woche im Internet. Vor allem bei den unter 40-Jährigen zeichnet sich jedoch ein gegenläufiger Trend ab: Viele wollen ihre Online-Zeit bewusst reduzieren, insbesondere bei Social Media und Messenger-Diensten.
3 Minuten
11. Jun 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Smartphones
Die 7 besten Handys für jeden Bedarf
Für viele ist das Smartphone ein unverzichtbarer Begleiter im Alltag. Dabei ist die Auswahl am Markt gigantisch: Onlineshops wie Galaxus listen mehrere tausend Geräte und Varianten von weniger als 100 bis zu mehr als 2000 Franken. Eine Entscheidungshilfe.
6 Minuten
4. Jun 2026
Wärmebildkamera
Im Test: Thermal Master P3
Wärmebildkameras sind praktisch, um Wärmeverluste aufzuspüren, Fussbodenheizungen zu finden, PV-Anlagen zu prüfen, Überlastungen in Schaltkästen zu entdecken oder Wild zu beobachten, um nur einige Anwendungsszenarien zu nennen. Die Thermal Master P3 funktioniert als Aufsatz für Android- und iOS-Smartphones – zu einem sehr fairen Preis.
4 Minuten
22. Mai 2026
Draussen daheim
Mähroboter Mova LiDAX Ultra 1000 im PCtipp-Test
Movas Mähroboter LiDAX Ultra 1000 sieht nicht nur schön aus, sondern mäht auch erstklassig: Der PCtipp-Test verrät, welche weiteren aussergewöhnlichen Fähigkeiten im neuen Rasenrasierer schlummern.
5 Minuten
22. Mai 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare