Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Schweizerischer Wissenschaftsrat empfiehlt nationale KI-Infrastrukturstrategie

Der Schweizerische Wissenschaftsrat SWR sieht für die Schweiz im Bereich der daten- und rechenintensiven Forschung wichtige strategische Entwicklungsmöglichkeiten. Dies vor allem auch im Bereich KI.

Illustration des Systems der mehrstufigen Recheninfrastruktur

© SWR

In seinem aktuellen Bericht betont der SWR das Potenzial, die bestehenden akademischen Recheninfrastrukturen gezielt weiterzuentwickeln, um den wachsenden Anforderungen insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) nachhaltig gerecht zu werden. Um international wettbewerbsfähige Forschung an und mit KI zu gewährleisten, benötigt die Schweiz eine geeignete nationale Recheninfrastruktur mit ausreichend Rechenressourcen und internationaler Anbindung. Unter Rechenressourcen sind alle notwendigen Komponenten, Dienstleistung und Personal zu verstehen, die erforderlich sind, um sie für den Endnutzer nutzbar zu machen. Der SWR schlägt eine mehrstufige, interoperable Recheninfrastruktur vor, die regionale bis internationale Ebenen abdeckt, auf einer nationalen Strategie basiert, von einem strategischen Gremium geleitet und durch eine langfristige Finanzierung unterstützt wird.

Auf Basis von Interviews mit nationalen und internationalen Akteuren in diesem Bereich identifiziert der SWR bedeutende Entwicklungschancen für die akademische Forschung im Zusammenspiel mit der technologischen Entwicklung. Insbesondere die rasche technologische Dynamik sowie der intensive Wettbewerb um Fachkräfte und Ressourcen bieten die Möglichkeit, die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wissenschaft gezielt weiter zu stärken und auszubauen.

Auf Grundlage der systemübergreifend und international gespiegelten Analysen formuliert der SWR mehrere Empfehlungen:

Nationale KI-Infrastrukturstrategie

Als zentrale Massnahme empfiehlt der SWR die Entwicklung einer langfristigen nationalen KI-Infrastrukturstrategie, die den Aufbau einer mehrstufigen Recheninfrastruktur vorsieht, welche auf Leitprinzipien wie Flexibilität, Skalierbarkeit, Effizienz, Interoperabilität, digitale Souveränität, Wissenssicherheit und Datenlebenszyklusmanagement basiert.

Mehrstufiges Recheninfrastruktursystem

Basierend auf dieser Strategie schlägt der SWR ein mehrstufiges Recheninfrastruktursystem vor, das regionale bis internationale Ebenen abdeckt. Das System soll interoperabel gestaltet sein, einen einheitlichen Zugang bieten und den nahtlosen Übergang zwischen den Ebenen ermöglichen.

Strategisches Leitungsorgan für eine agile Recheninfrastruktur

Zur Ausgestaltung der mehrstufigen Recheninfrastruktur fordert der SWR die Einrichtung eines unabhängigen, nationalen, strategischen Leitungsorgans. Dieses soll die Gestaltung und Weiterentwicklung der Recheninfrastruktur auf Basis des nationalen Bedarfs sowie internationaler Entwicklungen verantworten. Der Bundesrat sollte dieses strategische Leitungsorgan als Expertenkommission mit entsprechenden Kompetenzen einsetzen.

Finanzielle Implikationen: langfristige Finanzierung

Der SWR betont zudem die Notwendigkeit einer verlässlichen, langfristigen Finanzierung der Recheninfrastruktur. Kurzfristige Projektmittel sind nicht ausreichend, um nachhaltige Kapazitäten aufzubauen.

Bedeutung für Forschung und Innovation

Der Bericht unterstreicht die strategische Bedeutung leistungsfähiger Recheninfrastrukturen für das gesamte Bildungs-, Forschungs- und Innovationssystem der Schweiz. Ziel ist es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Forschung im Bereich KI und datengetriebener Wissenschaft langfristig zu sichern und gleichzeitig Synergien zwischen Hochschulen, öffentlichem Sektor und Wirtschaft – insbesondere auch kleinen und mittleren Unternehmen – zu fördern.

Der SWR sieht die vorgeschlagenen Massnahmen als entscheidend an, um die Schweiz im globalen Wettbewerb um KI-Kompetenz, Rechenleistung und wissenschaftliche Exzellenz zu positionieren.

Synergise. Strategise. Realise. Empfehlungen des Schweizerischen Wissenschaftsrats zu KI-Recheninfrastruktur für den BFI-Bereich. (PDF)
 

Kommentare

Künstliche Intelligenz Wissenschaft Politik
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Die besten PCtipp-Artikel aus der Kalenderwoche 29
In der Kalenderwoche 29 vom 13. bis zum 19. Juli 2026 standen die Artikel «Kleiner Excel-Spick von Microsoft» und «Finanzen im Griff» ganz oben in der Gunst unserer Leserschaft.
2 Minuten
24. Jul 2026
Schweizer KI-Innovation schliesst die Lücke zwischen Denken und Handeln
Die Schweiz macht erneut mit einer spannenden KI-Innovation auf sich aufmerksam. Das Zürcher Unternehmen Gieni bringt mit GieniABX ein Agentensystem auf den Markt, das einen Schritt weiter gehen soll als klassische Chatbots oder KI-Assistenten. 
4 Minuten
Zoom führt Echtzeit-Übersetzung für Meetings ein
Zoom hat ein neues KI-gestütztes Feature für Echtzeit-Übersetzungen in den Zoom Meetings gelauncht. Teilnehmer können damit in ihrer eigenen Sprache sprechen, während die anderen sie in ihrer Sprache hören.
3 Minuten
27. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Europäisches Smartphone Punkt. MC03 ist ab sofort erhältlich
Das MC03 des Schweizer Unternehmens Punkt ist ein Smartphone, das mit dem Android-basierten Betriebssystem Aphy OS konsequent auf Datenschutz und Kontrolle durch den Anwender ausgerichtet sein soll. Es ist ab sofort in Europa erhältlich.
2 Minuten
6. Jul 2026
Publireportage
Eine Kamera. Alles im Blick: Die Reolink OMVI 3i PoE
Die neue Reolink OMVI 3i PoE (P931) vereint eine 180°-Panoramakamera mit einem motorisierten PT-Objektiv. So behält die smarte Kamera gleichzeitig das grosse Ganze im Blick und verfolgt Bewegungen in Echtzeit. Sie ist ab sofort für 279 Fr. bei digitech.ch erhältlich.
4 Minuten
6. Jul 2026
E-Mail «Neue Sprachnachricht» ist Phishing
Betrüger versenden E-Mails, in denen sie behaupten, dass eine neue Sprachnachricht bereitstehe. Damit versuchen sie, an Zugangsdaten von persönlichen Benutzerkonten zu gelangen.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare