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Samsung baut seine KI-Welt weiter aus

Zum 100. jährigen Jubiläum der Internationalen Funkausstellung in Berlin macht Samsung klar: Jedes ihrer Produkte ist oder wird zukünftig auf KI-Anwendungen getrimmt - von neuen Kurzdistanzprojektoren über Galaxy-Faltphones bis zu Kühlschränken. PCtipp hat die Infos.

Samsung integriert mittlerweile in nahezu allen Produktsortimenten KI-Funktionalitäten

© (Quelle: Samsung)

Die Marschroute ist klar: Samsungs will «KI» einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Keynote fokussierte dazu auf die Vision «AI For All», um KI nicht nur zugänglicher und verständlicher zu machen, sondern auch zu zeigen, wie sie das Leben vereinfachen kann, anstatt es zu verkomplizieren. Konkreter Ansatz sind Samsungs breites Spektrum an KI-fähigen Produkten - und zwar von Mobil- über Haushaltsgeräten bis hin zu Home-Entertainment-Systemen.

IFA 2024: die Samsung-Keynote

© Quelle: PCtipp

Wie schnell der Wachstum KI-fähiger Produkte voranschreitet, zeigt sich diesbezüglich an Samsungs eigener Erwartungshaltung. So sollen bis Ende 2024 rund 200 Millionen KI-fähige Galaxy-Geräte im Einsatz sein. Im Mittelpunkt steht dabei das wachsende SmartThings-Ökosystem des Herstellers, das weltweit über 500 Millionen Geräte miteinander verbindet und eine nahtlose Steuerung aller KI-fähigen Produkte von Samsung ermöglicht – vom Ein- und Ausschalten der Heizung über die Verwaltung aller Geräte zu Hause oder unterwegs bis hin zur Steuerung von Samsung Fernsehern.

Die beiden aktuellen Faltphones: das Galaxy Z Fold 6 und Flip 6

© Quelle: Samsung

 

Betriebssystem-Upgrade für Smartphones

Das nächste Betriebssystem-Upgrade, One UI 6.1.1, das im Anschluss an die IFA eingeführt werden soll, bringt die neuen KI-Funktionen vom Galaxy Z Fold6 und Z Flip6 auch auf das Galaxy S24, Z Fold5 und Z Flip5. Dazu gehören unter anderem «Sketch to Image», mit dem Nutzerinnen und Nutzer ihre Ideen auf Basis einer einfachen Zeichnung durch Bildoptionen visualisieren können, und «Portrait Studio», das die Erstellung persönlicher Avatare für die Online-Nutzung ermöglicht.

Doppelte 4K-Premiere und KI-Ökosystem

Im Home-Entertainmentprogramm von Samsung finden sich ausserdem die beiden neuen Kurzdistanz-Projektoren «The Premiere 7» und The Premiere 9», die «Wohnräume in erstklassige Heimkinos verwandeln» sollen: Ausgestattet mit Lasertechnologie spannen Sie ein 4K-Bild mit Bilddiagonalen von bis zu 130 Zoll (3,30 Meter) auf und bieten Dolby-Atmos-Sound. Ausserdem verfügen sie über KI-gestützte Technologien wie Upscaling, um niedrigere aufgelöste Videos auf 4K-Qualität zu hieven. Zudem ist der sogenannte  «Vision Booster» mit an Bord, um die Helligkeit und den Kontrast für eine möglichst optimale Darstellung bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen anzupassen.

Samsungs Ultrakurzdistanz-Beamer: The Premiere 9

© Quelle: Samsung

KI steigert Energieeffizienz: Nach Meinung von Samsung wird bei Produkten besonders grossen Wert auf Energieeffizienz gelegt, und KI dazu eingesetzt, um dies überhaupt erst zu ermöglichen. Sei es durch KI in Geräten wie Kühlschränken und Waschmaschinen oder durch die Nutzung von KI zur Erschliessung des Potenzials des SmartThing-Ökosystems, um mehr Energie zu sparen, so Samsung. Dazu führte der Hersteller an, dass ihre Bespoke-Kühlschränke mit dem AI-Inverter-Compressor der nächsten Generation ausgestattet werden, der auf die kleinste Temperaturänderung im Kühlschrank reagiert – etwa beim Öffnen oder Schliessen der Tür. Die Motordrehzahl passt sich dabei automatisch an die Temperatur im Inneren des Kühlschranks an, um optimal kalte Luft zu erzeugen und gleichzeitig den Energieverbrauch zu minimieren.

SmartThings-Ökosystem als Herzstück: Samsung setzt bei seinen Bemühungen um mehr Energieeffizienz ebenso auf kleine Änderungen, die in der Summe eben einen grossen Unterschied machen können, so der Hersteller. Mit dem «SmartThings Away Mode» können Sensoren in Geräten erkennen, wenn sich niemand im Raum befindet, und schalten dann die entsprechenden Systeme (z.B. Licht oder TV) ab, um Energie zu sparen. Ausserdem lassen sich durch massgeschneiderte KI-Geräte respektive dem optimalen Planen und Aufladen Energiekosten sparen. Dadurch wird beispielsweise der Start eines Wasch- oder Ladevorgangs verzögert, um Spitzenzeiten zu vermeiden, um so in Kombination mit tageszeitpunktabhängigen Tarifen die Energiekosten zu senken.

Meinung: KI kostet bald (viel) Geld

Daniel Bader: Stv. Chefredaktor PCtipp

© Quelle: PCtipp

Samsung drückt beim Thema KI weiter aufs Gaspedal. Hardwareseitig profitieren davon ihre Produkte und deren Leistungsfähigkeit. Bezüglich der Innovationskraft spielen die Südkoreaner hierbei ein As nach dem anderen aus, und die verdutzte Konkurrenz kann meist nur neidvoll hinterblicken. KI-Parameter wie die Software respektive Serviceleistung sind hingegen deutlich komplexer zu handhaben. Umso spannender: Diese kristallisieren sich immer mehr als matchentscheidend heraus, an der sich aber auch andere Hardware-Hersteller messen lassen müssen. Samsungs Trumpf: das Ökosystem SmartThings, das sämtliche Komponenten, von der Waschmaschine bis zu Handys miteinander verbinden, verwalten und nach Gusto des Anwenders steuern soll. Hier gilt es schnellstmöglich die Anwenderschaft zu vergrössern, um eben so die Reichweite zu stärken. Zweiter sensitiver Punkt ist die Monetarisierung. KI braucht viel Energie und ständige Innovationskraft. Beides kostet Geld, und das muss folglich (irgendwann) auch wieder eingespielt werden. Zwar sitzt Samsung hier auf einem sehr, sehr grossen Batzen, dennoch dürfte auch hier der Druck zunehmen, (sagen wir es für einmal positiv) um eine nachhaltige Gewinnstrategie zu entwickeln. Ein erster Pflock ist bereits in den Boden gerammt: So werden die KI-Funktionen (zumindest die hochwertigen Premium-Dienste) ab 2025 wohl Geld kosten. Samsung zieht die Zügel an. Es bleibt demnach spannend, zu welchen weiteren Mitteln Samsung greifen wird, um sein KI-Universum zu forcieren.

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Hardware Künstliche Intelligenz Samsung IFA KI & Trends
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