Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Kamera für Roboter funktioniert wie menschliches Auge

Ein Team unter der Leitung der University of Maryland (UMD) hat einen Kameramechanismus erfunden, der es Robotern ermöglicht, die Welt um sie herum genauer zu sehen. Die Entwickler liessen sich von der Funktionsweise des menschlichen Auges inspirieren.
© (Quelle: Lucy Prior, pixabay.com)

Der Mechanismus ahmt die winzigen unwillkürlichen Bewegungen nach, Mikrosakkaden genannt, mit denen das Auge bei Bedarf die Fokussierung auf ein Objekt über einen längeren Zeitraum sicherstellt.

Viel Bewegung als Problem

"Ereigniskameras können bewegte Objekte besser verfolgen als herkömmliche Kameras. Heutige Ereigniskameras haben jedoch Schwierigkeiten, scharfe, verwacklungsfreie Bilder aufzunehmen, wenn viel Bewegung im Spiel ist", sagt UMD-Doktorand Botao He. Ereigniskameras nehmen im Gegensatz zu herkömmlichen Kameras nicht ganze Bilder auf einmal auf, sondern registrieren für jedes lichtempfindliche Pixel getrennt nur die Veränderungen in der Helligkeit, also die "Ereignisse".

Die "Zapfen" und "Stäbchen" in der Netzhaut des menschlichen Auges, die für das Farbensehen beziehungsweise eine empfindliche Helligkeitsunterscheidung zuständig sind, senden nach Lichteinfall sofort elektrische Nervenimpulse aus. Diese werden dann in der Netzhaut teilweise zusammengeschaltet, vorverarbeitet und das entstehende Signal schliesslich ans Gehirn weitergeleitet. "Ähnlich funktionieren auch Ereigniskameras", sagt Guillermo Gallego von der Technischen Universität Berlin, der ebenfalls in dem Bereich forscht.

"Jedes einzelne lichtempfindliche Pixel trägt zeitlich unabhängig zum Gesamtbild bei. Es gibt keine Belichtungszeit, nach der alle Pixel auf einmal ausgelesen werden, wie bei normalen Kameras. Im Unterschied zum Auge lösen die Pixel aber nicht bei jedem Lichteinfall ein Signal aus, sondern nur, wenn sich die Helligkeit ändert. Das hat den Vorteil, dass die zu verarbeitenden Datenmengen vom Prinzip her wesentlich kleiner sind", konkretisiert Gallego.

Rotierendes Prisma ahmt nach

Dem Team um He ist es gelungen, Mikrosakkaden nachzubilden, indem es ein rotierendes Prisma einfügte, um die von der Linse eingefangenen Lichtstrahlen umzulenken. Die kontinuierliche Drehbewegung des Prismas simuliert die natürlichen Bewegungen des menschlichen Auges und ermöglicht es der Kamera, Objekte genauso zu fokussieren, wie ein Mensch es tun würde. Das Team entwickelte dann eine Software, um die Bewegung des Prismas zu kompensieren und stabile Bilder aus den wechselnden Helligkeiten zu erstellen.

"Bei Robotern oder selbstfahrenden Autos ersetzen Kameras die Augen und Computer das Gehirn. Bessere Kameras bedeuten bessere Wahrnehmung und Reaktionen", unterstreicht Yiannis Aloimonos, Informatiker an der UMD und Doktorvater von He. (pressetext.com)

Kommentare

Robotik Forschung
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Die besten PCtipp-Artikel aus der Kalenderwoche 29
In der Kalenderwoche 29 vom 13. bis zum 19. Juli 2026 standen die Artikel «Kleiner Excel-Spick von Microsoft» und «Finanzen im Griff» ganz oben in der Gunst unserer Leserschaft.
2 Minuten
24. Jul 2026
Schweizer KI-Innovation schliesst die Lücke zwischen Denken und Handeln
Die Schweiz macht erneut mit einer spannenden KI-Innovation auf sich aufmerksam. Das Zürcher Unternehmen Gieni bringt mit GieniABX ein Agentensystem auf den Markt, das einen Schritt weiter gehen soll als klassische Chatbots oder KI-Assistenten. 
4 Minuten
In eigener Sache
Kurze Newsletter-Sommerpause
Vom 27. Juli bis zum 9. August macht die PCtipp-Redaktion eine kurze Newsletter-Sommerpause. Sie bekommen in diesem Zeitraum keinen Newsletter. Den nächsten Newsletter erhalten Sie dann wieder am 10. August.
2 Minuten
26. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Europäisches Smartphone Punkt. MC03 ist ab sofort erhältlich
Das MC03 des Schweizer Unternehmens Punkt ist ein Smartphone, das mit dem Android-basierten Betriebssystem Aphy OS konsequent auf Datenschutz und Kontrolle durch den Anwender ausgerichtet sein soll. Es ist ab sofort in Europa erhältlich.
2 Minuten
6. Jul 2026
Publireportage
Eine Kamera. Alles im Blick: Die Reolink OMVI 3i PoE
Die neue Reolink OMVI 3i PoE (P931) vereint eine 180°-Panoramakamera mit einem motorisierten PT-Objektiv. So behält die smarte Kamera gleichzeitig das grosse Ganze im Blick und verfolgt Bewegungen in Echtzeit. Sie ist ab sofort für 279 Fr. bei digitech.ch erhältlich.
4 Minuten
6. Jul 2026
E-Mail «Neue Sprachnachricht» ist Phishing
Betrüger versenden E-Mails, in denen sie behaupten, dass eine neue Sprachnachricht bereitstehe. Damit versuchen sie, an Zugangsdaten von persönlichen Benutzerkonten zu gelangen.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare