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Lesedauer 3 Min.

Hektische Handy-Nutzung am gefährlichsten

Smartphone-, Laptop- oder Tablet-User, die stundenlang auf das Display starren, werden weniger von Informationsüberflutung gepeinigt als diejenigen, die alle paar Minuten ihr Gerät zücken. 
© Grok

Dies, um etwas nachzuschauen, einen Clip anzusehen oder die sozialen Medien konsumieren. Das haben Forscher der Aalto-Universität im Zuge einer siebenmonatigen Studie herausgefunden. Die Erkenntnisse werfen ein neues Licht darauf, was Mediennutzer am meisten überfordert.

300 Erwachsene beobachtet

«Die Bildschirmzeit spielt zwar eine Rolle, aber die intensivsten Mediennutzer sind nicht diejenigen, die am stärksten geschädigt werden. Am meisten überfordert fühlen sich diejenigen, die immer wieder für kurze Momente zu ihrem Smartphone greifen und es kurz darauf wieder weglegen», sagt Doktorand Henrik Lassila. Er hat an der Aalto-Universität das digitale Verhalten von fast 300 Erwachsenen in Deutschland auf Smartphones und Computern analysiert.

Die Teilnehmer füllten wiederholt Fragebögen zum Thema Informationsüberflutung aus, während alle genutzten Apps und Websites protokolliert wurden. So entstand ein umfangreicher Längsschnittdatensatz zur realen Gerätenutzung. Die Ergebnisse zeigen, dass fragmentierte Nutzung am häufigsten auf Mobilgeräten und insbesondere bei der Nachrichtenübermittlung auftritt. (Paper dazu als PDF)

Zum Beispiel das Ansehen eines kurzen Clips, das Sperren des Bildschirms und die Rückkehr wenige Minuten später - Muster, die Lücken und ständigen Aufgabenwechsel verursachen. Diese «sprunghaften» Routinen sorgen den Experten nach am ehesten für ein Gefühl der Überforderung, selbst wenn die Gesamtzeit, die mit den Geräten verbracht wird, ähnlich ausfällt.

Experten sehen «Teufelskreis»

«Wir fühlen uns überlastet, wenn wir nicht alle eingehenden Informationen verarbeiten können und unser Geist sich ‹voll› oder gestresst anfühlt. Informationsüberflutung ist mit negativen Emotionen verbunden, die wiederum zu häufigeren Blicken auf das Smartphone führen können - ein Teufelskreis», erläutert Lassila. Frühere Umfragen deuteten darauf hin, dass Menschen soziale Medien aufgeben, wenn sie ein Gefühl der digitalen Überforderung verspüren. Die Studie fand dafür kaum Belege.

«Menschen fällt es schwer, ihr Verhalten zu ändern. Überraschenderweise nutzten stark überlastete und nicht überlastete Teilnehmer ihre Geräte während des Untersuchungszeitraums etwa gleich lang. Diejenigen mit der höchsten Überlastung blieben tendenziell dort, und diejenigen, die nicht überlastet waren, wurden selten überlastet», ergänzt Janne Lindqvist, der Lassila betreut. Man müsse nicht sofort auf jedes Piepsen reagieren. «Machen Sie eine Sache nach der anderen», rät er. (pressetext.com)

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