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Handy-Verbot im Klassenzimmer bringt nichts

Grundlegende Probleme bestehen laut Wissenschaftlern der Brock University auch bei Smartphone-Verbot im Klassenzimmer weiterhin fort.

Symbolbild

© (Quelle: Skyler Ewing/Pexels)

Ein Verbot von Mobiltelefonen in den Klassenzimmern würde zwar die Ablenkung im Unterricht verringern, doch viele der zugrundeliegenden Probleme, die sich auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auswirken, könnten so nicht gelöst werden. Zu dem Schluss kommt Forscherin Naomi Andrews von der Brock University. Sie bezieht sich damit auf Bestrebungen in Ontario, ein solches Verbot durchzusetzen.

Ursachen bleiben unberücksichtigt

"Der Schwerpunkt scheint auf der Einführung eines Verbots und dessen Durchsetzung zu liegen, also auf den Strafen und Konsequenzen für die Nichteinhaltung der Richtlinie. Doch damit werden die Ursachen für die Konzentrationsschwierigkeiten der Jugendlichen im Klassenzimmer nicht angegangen, wie psychische Probleme, Beziehungsprobleme mit Gleichaltrigen oder die Abhängigkeit von sozialen Medien. Ein einfaches Verbot von Mobiltelefonen wird nicht all diese Probleme lösen, ebenso wenig wie die Einführung von Strafen für Schüler, die sich nicht daran halten", so Andrews.

Ein solches Verbot könne auch Mobbing nicht ausschalten. "Online-Mobbing kann aus vielen Gründen zwar problematischer sein als persönliches Mobbing, zum Beispiel weil die Mobber anonym bleiben können und weniger Empathie zeigen, da sie die Reaktion der Zielperson nicht sehen können. Es gibt jedoch Überschneidungen zwischen Cybermobbing und persönlichem Mobbing, sodass Mobbing im Klassenzimmer fortbestehen wird, auch wenn man keinen Zugang zu Handys hat, und es wird nach der Schule oder auf anderen Geräten weitergehen", betont die Wissenschaftlerin.

Schüler gehören besser unterstützt

Der Aufbau gesunder Beziehungen zwischen Gleichaltrigen ist gefragt: "Wir müssen den Ursachen für diese Probleme mehr Aufmerksamkeit schenken und die Schüler beim Erwerb wichtiger Kompetenzen unterstützen: Beim sozial-emotionalen Lernen, sozialer Medienkompetenz und Beziehungsfähigkeit", sagt sie. Kollege David Hutchison ergänzt, dass Eltern, Lehrer und Sozialdienstleister eine wichtige Rolle bei der Förderung der psychischen Gesundheit junger Menschen spielen sollten. "Schulen sollten sichere Räume für Schüler schaffen, in denen sie darüber diskutieren können, wie sich die Nutzung sozialer Medien und von Mobiltelefonen mit ihrer sozialen Identität und ihrem Selbstwertgefühl überschneidet." (pressetext.com)

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