Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

ChatGPT und Co können Terroristen entlarven

ChatGPT und andere Formen der generativen Künstlichen Intelligenz (KI), die nur Stichworte brauchen, um nach selbstständiger Recherche im Internet sinnvolle Texte herzustellen, können auch Terroristen anhand ihrer Äusserungen im Internet erkennen.
© (Quelle: T. Schneider shutterstock)

Das haben Forscher der Charles Darwin University herausgefunden. Sie erstellten Profile von Verdächtigen und ermittelten die Wahrscheinlichkei, dass sie sich an extremistischen Aktivitäten beteiligen.

Zwei Fragen an ChatGPT

Die Experten haben die KI mit der Textanalyse-Software "Linguistic Inquiry and Word Count" mit 20 öffentlichen Äusserungen internationaler Terroristen gefüttert, die nach dem 11. September 2001 fielen. Damals hatten Terroristen unter anderem das World Trade Center in New York in Schutt und Asche gelegt. Dann stellten sie der Technologie zwei Fragen: Was sind die Hauptthemen oder -motive in den Texten? Und welche Absichten stehen hinter den kommunizierten Botschaften?

Es zeigte sich, dass ChatGPT in der Lage war, den Zweck ihrer Texte zu enthüllen. Anhaltspunkte lieferten Begriffe wie Vergeltung und Selbstverteidigung, Ablehnung demokratischer Systeme, Widerstand gegen Säkularismus und abtrünnige Herrscher, Kampf und Martyrium, Entmenschlichung von Gegnern, Kritik an Masseneinwanderung, Widerstand gegen Multikulti und vieles mehr.

Motivation der Terroristen

ChatGPT hat auch Hinweise auf die Motivation von Gewalt identifiziert, darunter den Wunsch nach Vergeltung und vermeintlicher Gerechtigkeit, antiwestliche Stimmung, Unterdrückung und Aggression durch Feinde, religiöse Missstände sowie die Angst vor ethnischer und kultureller Verdrängung.

"Grosse Sprachmodelle wie ChatGPT können menschliches Urteilsvermögen oder eine Textanalyse zwar nicht ersetzen, aber sie liefern wertvolle Ermittlungshinweise, beschleunigen das Erkennen von Verdachtsmomenten und verbessern unser Verständnis für die Motivationen hinter terroristischen Äusserungen", so Awni Etaywe, Experte für forensische Linguistik mit Schwerpunkt Terrorismus. Forensische Linguistik befasst sich mit der Schnittstelle von Sprache, Gesetz und Verbrechen.

Es seien allerdings weitere Studien nötig, um die Genauigkeit und Zuverlässigkeit von grossen Sprachmodellen, einschliesslich der Analysen von ChatGPT, zu verbessern, so Etaywe. "Wir müssen sicherstellen, dass sie zu einem praktischen Hilfsmittel bei der Identifizierung potenzieller Bedrohungen werden, wobei wir die soziokulturellen Kontexte des Terrorismus berücksichtigen müssen. Diese grossen Sprachmodelle haben bisher einen Ermittlungswert, aber keinen Beweiswert", schliesst Etaywe.(pressetext.com)

Kommentare

Künstliche Intelligenz Sicherheit Forschung KI & Trends Internet & Sicherheit
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Videos zum Test vom Mähroboter Mova LiDAX Ultra 1000
Der PCtipp hat den Mähroboter Mova LiDAX Ultra 1000 einem ausführlichen Test unterzogen. Hier noch zwei Videos dazu.
2 Minuten
11. Jun 2026
Prüfung des Einsatzes von Linked Data Services
Linked Data Service (LINDAS) ist eine IT-Dienstleistung des Bundesarchivs (BAR). Mit LINDAS können Bund, Kantone und Gemeinden frei verfügbare, sogenannte offene Verwaltungsdaten (Open Government Data – OGD) vernetzen und publizieren.
2 Minuten
11. Jun 2026
Digitalstudie: Junge Nutzer wollen weniger online sein
Die Deutschen verbringen weiterhin mehr als 67 Stunden pro Woche im Internet. Vor allem bei den unter 40-Jährigen zeichnet sich jedoch ein gegenläufiger Trend ab: Viele wollen ihre Online-Zeit bewusst reduzieren, insbesondere bei Social Media und Messenger-Diensten.
3 Minuten
11. Jun 2026

Das könnte Sie auch interessieren

NFC-Angriffe auf Android verdreifacht
Cyberkriminelle nutzen zunehmend NFC-Technologie, um Bankdaten von Android-Nutzern zu stehlen. Die Angriffszahlen sind in wenigen Monaten dramatisch gestiegen.
2 Minuten
28. Mai 2026
Radios können Gesuche einreichen
BAKOM publiziert UKW-Frequenzen
Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM hat am 28. Mai 2026 die Frequenzpakete für die Verbreitung von UKW publiziert.
2 Minuten
29. Mai 2026
Schweizer Geoportal zeigt die Schweiz aus 1000 Perspektiven
Das vom Bundesamt für Landestopografie swisstopo betriebene Geoportal umfasst seit Mai 2026 schon 1000 Datensätze zu unterschiedlichsten Themen wie Gesellschaft, Umwelt, Energie bis hin zu historischen Karten, Landschaftsmodellen und Luftbildern.
3 Minuten
19. Mai 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare